Donnerstag, 25. Dezember 2008

Eigene Zeiten

Ich saß da, sprach, dachte nach
bis ich abbrach und das Leben
mich mit Tatsachen bestach.
Ein Wort, das man hört, das jemand spricht,
die Zeit, die man vergisst,
ein Wort wird zur Welt
wie ich zum Atombombentestfeld.
Die Strahlung ist sichtbar, nicht mehr vernichtbar,
alles gut, auch wenn sich der letzte Rest Herzblut auftut
für Gedanken an Vergessenes, vergangenes gebrochenes Herz.
Das nackte Leben, geschlagen und mit Füßen getreten
kann sich nur selbst einen neuen Sinn geben.
Nicht lang überlegen, das war mein Motto,
starre stundenlang auf ein Kindheitsfoto,
das wird schon geh'n, da lässt sich was dreh'n,
überhöre mein eigenes Flehen, in alte Tage zurückzusehen
denn nichts ist wie es ist und bleibt wie es war,
ich und ich, wir waren ein Paar und es herrschte Sonnenschein,
es kann doch nicht verschollen sein.
Es gab einst einen Gott, doch der starb am Schafott,
was wir nun noch haben sind unsere eigenen Gnadensgaben:
uns selbst.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Questions

Dürfte ebenfalls von circa 2002 sein, diesmal auf englisch

Is it possible for me to be calm?
I try it hard everyday, torn in everyway.
Am I all alone, in this wide world?
Am I the only one, freezing?
No one else, shivering in the cold wind,
Screaming against the storm?
Everyone seems like not-feeling,
Wether the cold nor the warmth.
A privilege to feel both?
If I can't use it, will it destroy me?
Am I living or is this starving, dying?

I'm alive, not dead yet.
Life hurts me, sometimes.
But there's more than cold and pain.
Will I feel it again, the sweet injury?
Winter's passing, sommer's passing,
Love's passing, without visiting my heart.
I'm all alone, Is there no one,
Understanding me?
No one, to share my love with?
Loving the sound of spring-birds?
Enjoying the warmth of the sun or
Dancing in the rain?

Sean

Das Gedicht dürfte von 2002 sein

Welch Wunde fügst Du mir zu.
Dich zu kennen, zu wissen, dass Du
der einzige bist,
und fern mir bist.
Unerreichbar, Du bist komplett
und ich nur halb.
Muß Dich in einem Andern finden.
Allein? Will ich nicht sein auf immer!
Du bist mir verwehrt,
drum muß ich weitersuchen.
Wo find ich Dich noch einmal?

Samstag, 20. Dezember 2008

Blick zurück

Wie kommt das nur, dass ich die Sachen erst online stelle, wenn die Gefühle, die das Gedicht ausdrückt, der Vergangenheit angehören?


So schweift der Blick
vergangne Tage
lang vorbei
zu erinnnern
mehr als Nostalgie
zu wissen
ob Gegenwart
doch richtig ist

Liebe einst
Liebe heut
verschieden Ding
gemeinsam wenig
doch ich bin gleich

vergangne Zeit
will nicht zurück
obwohl das heute
...
auch nicht besser ist

anders stiller ruhiger
mehr Wut, mehr Lieb
Resignation?
Wer weiß das schon

Lernen aus Vergangenheit
was macht das schon?
Schritt vor
Schritt zurück
Kaum Unterschied
Im Ergebnis ist es gleich

Ich hab mich nie verändert
Nur meine Reaktionen
sind verschieden
durch die Zeiten

Zufriedenheit
noch immer nicht erreicht?

Samstag, 13. Dezember 2008

Wärme

Wärme
Wie warmer Honig
Ein freudiges blutendes Herz
In Liebe versunken

Gewissenloses Lieben
Heute, nur heute zählt

Das Glück das du mir brachtest
Das Feuer das du hast entzündet
Alles verblasst
Die Welt entschwunden

Nur jetzt zählt
Dieser Kuss
Diese Berührung
Dieser Blick

Die Wärme
Bleibt erhalten
Die Kraft ist getankt
Nur Du und Ich

Liebe Hoffnung Zuversicht
meine Kälte
Ausgelöscht
Erwärmt durch
Dich

Im Geheimen
Prasselt das Feuer
Kein Strohfeuer
Dessen Sei Sicher

Montag, 8. Dezember 2008

Jüngeres Ich

Ich fühl mich wie ein junges
Mädchen. Als hätt ich nichts erlebt
und bliebe ewig jung. Als hätt' ich
nichts gesehen und nichts getan.
Doch werf ich einen Blick zurück,
seh ich ein andres Bild
Ich sehe wer ich war.
Und weiß doch nicht, wer ich jetzt bin.
Besteh ich nur aus Bewegung?
Ich weiß, im Grunde bin ich dieselbe
geblieben.
Doch mein Gesicht hat sich gewandelt.
Abgeschabt und abgekratzt.
Was kommt darunter hervor?
Was liegt unter dieser Schicht,
was unter der danach?
Wie sieht der Kern des ganzen, meines "Ich" aus?
...

Les ich meine alten Sachen, Tagebücher
und Gedichte, so ist es, als wäre es geschrieben
von einem anderen Menschen, hat nichts
mehr mit mir zu tun. Als hätte ich nicht ich
das Beschriebene erlebt, gesehen und gefühlt.
Sondern jemand Fremdes

Samstag, 6. Dezember 2008

Winter

Ist furchtbar alt und hab ich eben beim Aufräumen gefunden


Die Glieder zittern,
der Körper schwach,
der Verstand flieht,
beständig in Bewegung.
Ausgelaugt, vom Wind zerfetzt.
Ruhe suchend.
Doch in mir ist kein Gleichgewicht.
Die Füße an die Heizung gepresst,
bleibt mein Ich kalt.
Körper, Geist, Seele,
ein Schlachtfeld.
Vom Winter eingeholt.
Geliebter Schnee
So wird das Chaos zugedeckt
Ruh' erzwungen,
wo sonst keine ist.
Unter der Oberfläche
verändert sich nichts,
bleibt die Bewegung bestehen.